Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Wege: Du schließt E-Bike-Lampen fest am Lichtausgang des Motors an und versorgst sie aus dem Antriebsakku, oder Du nutzt abnehmbare Akkulampen. Beides ist mit K-Nummer StVZO-konform.
- Spannung: Bosch nennt für den Lichtausgang ca. 12 V, bei der Baureihe BDU3xx maximal 17,4 W vorn und 0,6 W hinten, beim smarten System maximal 18 W. Die Lampe muss zur Spannung passen, sonst kann sie zerstört werden.
- Passende Lampen: E-Bike-Versionen mit Eingangsbereich wie 6–12 V oder 6–48 V laufen an den meisten Antrieben. Dynamo-Scheinwerfer sind für den Wechselstrom eines Nabendynamos gebaut.
- Freischalten: Bei Bosch aktiviert der Fachhändler den Lichtausgang mit seiner Werkstattsoftware. Ohne diesen Schritt bleibt neu montiertes Licht dunkel.
- Verbrauch: Scheinwerfer und Rücklicht ziehen zusammen rund 6 bis 8 W. Bei 20 km/h im Eco-Modus sind das nur etwa 4 bis 5 Prozent des Gesamtverbrauchs.
Akku-Anschluss oder Akkulampe: welcher Weg passt?
Licht am E-Bike nachrüsten heißt in der Praxis, zwischen zwei Lösungen zu wählen. Die fest verkabelte Beleuchtung hängt am Antrieb und schaltet sich über das Display. Abnehmbare Akkulampen klemmst Du an Lenker und Sattelstütze und lädst sie per USB. Die StVZO erlaubt beides, solange die Lampen eine Bauartgenehmigung mit K-Nummer haben.
| Kriterium | Licht über den E-Bike-Akku | Abnehmbare Akkulampen |
|---|---|---|
| Stromquelle | Antriebsakku über den Lichtausgang des Motors | eigener Akku in jeder Lampe |
| Laden | entfällt, lädt mit dem E-Bike-Akku | separat per USB |
| Montage | Kabel verlegen, am Motor anschließen, je nach System freischalten | Halter anklemmen, fertig |
| Bedienung | Lichttaste am Display oder an der Bedieneinheit | Taster an jeder Lampe |
| Diebstahl | fest verschraubt | vor dem Abstellen abnehmen |
| Fernlicht | möglich, wenn der Antrieb genug Leistung liefert | nur bei wenigen Modellen |
Für ein Alltags- und Pendelrad ist die fest verkabelte Lösung die komfortablere: Das Licht ist immer da und immer geladen. Akkulampen passen besser zu E-Mountainbikes, die nur gelegentlich im Dunkeln fahren, und zu Rädern ohne Lichtausgang.
Hat Dein E-Bike einen Lichtausgang?
Die meisten Mittelmotoren haben einen Anschluss für Front- und Rücklicht direkt an der Antriebseinheit, auch wenn das Rad ohne Licht ausgeliefert wurde. Bosch beschreibt in seinen Bedienungsanleitungen die „Ausführung, bei der das Fahrlicht durch das eBike-System gespeist wird“ und weist zugleich darauf hin, dass die Versorgung über den Akku abhängig von gesetzlichen Regelungen nicht in allen länderspezifischen Ausführungen möglich ist. Bei Nabenmotor-Rädern sitzt der Lichtanschluss, falls vorhanden, meist am Controller.
So findest Du es heraus: Sieh in der Bedienungsanleitung Deines Antriebs unter „Technische Daten“ nach. Steht dort ein Eintrag „Fahrradbeleuchtung“ mit Spannung und Leistung, ist der Ausgang vorgesehen. Am Motor selbst erkennst Du ihn an freien Steckplätzen oder Anschlussklemmen unter der Motorabdeckung. Im Zweifel liest der Fachhändler die Konfiguration mit seiner Diagnosesoftware aus.
6 oder 12 Volt: Spannung und Leistung prüfen
Der Lichtausgang liefert eine geregelte Spannung, die deutlich unter der Akkuspannung von 36 oder 48 Volt liegt. Entscheidend sind zwei Werte: die Spannung, zu der die Lampe passen muss, und die maximale Leistung, die Scheinwerfer und Rücklicht zusammen ziehen dürfen.
| Bosch-Antrieb | Spannung | maximale Leistung |
|---|---|---|
| Baureihe BDU3xx (Bedienungsanleitung Modelljahr 2019) | ca. 12 V | Vorderlicht 17,4 W, Rücklicht 0,6 W |
| Smartes System, Performance Line CX (BDU37x, Modelljahr 2025) | ca. 12 V | 18 W |
| Smartes System, BDU34x (Modelljahr 2026) | ca. 12 V | 18 W |
Bosch ist dabei deutlich: Beim Wechsel dürfen nur Lampen gleicher Spannung eingesetzt werden, falsch eingesetzte Lampen können zerstört werden. Ältere Antriebe anderer Hersteller arbeiten teils mit 6 Volt, und bei manchen teilen sich Scheinwerfer und Rücklicht ein gemeinsames Leistungsbudget. Die Werte Deines Antriebs stehen in dessen Anleitung oder im Händlerhandbuch.
Die meisten E-Bike-Lampen machen Dir die Wahl leicht, weil sie einen Eingangsbereich statt einer festen Spannung haben. AXA gibt für die Nxt 80 E-Bike und das Rücklicht Juno E6-12V einen Bereich von 6 bis 12 V an, ADDVIEW für den Hammer E120 sogar 6 bis 48 V. Solche Lampen laufen an 6- und an 12-Volt-Ausgängen. Klassische Dynamo-Scheinwerfer sind dagegen für den Wechselstrom eines Nabendynamos ausgelegt. Am E-Bike brauchst Du die als E-Bike- oder Gleichspannungs-Version gekennzeichnete Variante.
Die passende Lampe auswählen
Vier Punkte entscheiden, ob eine Lampe an Dein E-Bike passt:
- K-Nummer: Ohne Bauartgenehmigung ist jede Lampe im Straßenverkehr unzulässig. Was die StVZO sonst noch verlangt, vom Lux-Wert bis zur Anbauhöhe, steht im Ratgeber E-Bike-Beleuchtung nach StVZO.
- Spannung: E-Bike-Version mit passendem Eingangsbereich, am besten 6–12 V oder breiter.
- Leistung: Scheinwerfer plus Rücklicht dürfen das Budget des Lichtausgangs nicht überschreiten. Bei Fernlicht-Scheinwerfern mit bis zu 16 W lohnt der Blick ins Datenblatt besonders.
- Befestigung: Scheinwerfer am Lenker, am Vorbau oder an der Gabelkrone. Rücklichter gibt es für den Gepäckträger mit 50 oder 80 mm Bolzenabstand und für das Schutzblech.
Für vorn haben diese beiden Scheinwerfer laut Hersteller StVZO-Zulassung und einen Eingangsbereich für E-Bike-Lichtausgänge:


Amazon-Preise, Stand: 11.10.2026, 20:16 Uhr MESZ
Schritt für Schritt: Licht am E-Bike anschließen
Der Anschluss selbst ist mit etwas Geschick machbar und verlangt sauberes Arbeiten am Antrieb. Wer unsicher ist oder ein Leasingrad fährt, lässt die Arbeit in der Fachwerkstatt erledigen, zumal dort ohnehin die Freischaltung ansteht.
- Akku entnehmen: Vor jedem Eingriff ist das System stromlos.
- Werte prüfen: Spannung und Leistung des Lichtausgangs in der Anleitung nachsehen und mit dem Eingangsbereich der Lampen vergleichen.
- Kabelweg planen: Das Frontkabel läuft entlang der Bremsleitung oder durch den Rahmen nach vorn, das Rücklichtkabel unter dem Gepäckträger oder am Schutzblech entlang. Achte auf genug Spiel am Lenker, damit beim Einschlagen nichts zieht.
- Motorabdeckung öffnen: Je nach Antrieb sitzen die Lichtanschlüsse unter einem Deckel an der Antriebseinheit, teils muss dafür die Kurbel ab.
- Anschließen: Front- und Rücklicht auf die vorgesehenen Steckplätze oder Klemmen setzen, Polung beachten, Stecker fest und trocken verbinden.
- Lampen montieren: Scheinwerfer zwischen 400 und 1.200 mm Höhe, Rücklicht zwischen 250 und 1.200 mm. Kabel mit Bindern sichern, ohne sie zu quetschen.
- Freischalten lassen: Bei Bosch aktiviert der Fachhändler den Lichtausgang mit seiner Werkstattsoftware (siehe nächster Abschnitt).
- Einstellen und prüfen: Scheinwerfer so neigen, dass die Hell-Dunkel-Grenze einige Meter vor dem Rad auf die Straße fällt, dann Licht über das Display ein- und ausschalten und auf Fehlermeldungen achten.
Beim Rücklicht entscheidet die Befestigung. Die meisten Gepäckträger haben zwei Bohrungen mit 50 oder 80 mm Abstand, an die das Rücklicht direkt geschraubt wird. Für 50 mm passen zum Beispiel diese beiden Rücklichter von AXA, die laut Hersteller mit 6 bis 12 V arbeiten: das Juno E6-12V mit Bremslicht und das Blueline Rear, das unter 20 mm flach baut.


Amazon-Preise, Stand: 11.10.2026, 20:16 Uhr MESZ
Freischalten: warum das neue Licht dunkel bleibt
Der häufigste Stolperstein beim Nachrüsten: Alles ist korrekt angeschlossen, und trotzdem bleibt das Licht aus. Bei Bosch legt die Konfiguration des Antriebs fest, ob ein Licht angeschlossen ist. Wurde das Rad ohne Beleuchtung ausgeliefert, liegt am Ausgang in der Regel keine Spannung an. Fachhändler beschreiben übereinstimmend, dass sich die Lichtanschlüsse nur mit der Bosch-Werkstattsoftware aktivieren lassen, die ausschließlich autorisierten Händlern zur Verfügung steht. Das gilt auch für das smarte System. Plane deshalb einen kurzen Werkstatttermin ein und frag vorher, ob die Freischaltung im Preis der Montage enthalten ist.
Bei anderen Systemen wie Shimano STEPS, Yamaha oder Bafang klärst Du Spannung, Leistungsbudget und eine mögliche Aktivierung vorab mit dem Fachhändler oder im Händlerhandbuch des Antriebs. Meldet das Display nach dem Anschluss einen Fehler, liegt die Ursache fast immer an Steckern, Kabeln oder einer unpassenden Lampe. Die Ratgeber zu Bosch-Fehler 502 und Bosch-Fehler 103 gehen die Prüfschritte durch.
Was passiert, wenn der Akku leer ist?
Die StVZO hat dafür eine klare Regel: Wird das Licht am Pedelec über den Antriebsakku versorgt, muss es nach der entladungsbedingten Abschaltung der Unterstützung noch mindestens zwei Stunden leuchten (§ 67 Abs. 7, gilt für Pedelecs ab dem 1. Januar 2019). Bosch hält dafür eine Reserve zurück. Laut Bedienungsanleitung reicht die verbliebene Kapazität für etwa zwei Stunden Fahrradbeleuchtung. Zusätzliche Verbraucher wie ein am USB-Anschluss geladenes Handy sind in dieser Rechnung nicht enthalten.
Wie viel Reichweite kostet das Licht?
Weniger, als viele befürchten. Supernova gibt für das Abblendlicht des M99 Mini Pro-25 5,2 W an, Busch & Müller für den IQ-XS High Beam 7 W. Dazu kommt ein Rücklicht, für das Bosch bei der Baureihe BDU3xx maximal 0,6 W vorsieht. Zusammen sind das rund 6 bis 8 Wattstunden pro Stunde Licht.
Bei 20 km/h verbraucht das Licht damit etwa 0,3 bis 0,4 Wh pro Kilometer. Der Motor braucht im sparsamen Eco-Modus rund 8 Wh pro Kilometer, in den kräftigeren Stufen deutlich mehr. Im Eco-Modus macht das Licht damit nur etwa 4 bis 5 Prozent des Verbrauchs aus, in kräftigeren Stufen entsprechend weniger. Eine zweistündige Fahrt im Dunkeln kostet einen 500-Wh-Akku rund 12 bis 16 Wh, also zwei bis drei Prozent seiner Kapazität. Wie viel Reichweite Du insgesamt erwarten kannst, rechnet der Reichweitenrechner durch.
Akkulampen: die einfache Alternative
Hat Dein E-Bike keinen Lichtausgang, ist der Eingriff am Motor zu aufwendig oder fährst Du nur gelegentlich im Dunkeln, sind abnehmbare Akkulampen die pragmatische Lösung. Seit Juni 2017 erlaubt die StVZO Batterien und Akkus als alleinige Energiequelle, und abnehmbare Lampen dürfen tagsüber zu Hause bleiben. Bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht müssen sie montiert und eingeschaltet sein.
Die Nachteile liegen im Alltag: Du musst zwei Lampen separat laden, und ein leerer Lampenakku ist auf dem Heimweg genauso dunkel wie ein fehlendes Licht. Achte auch hier auf die K-Nummer, und schalte den Blinkmodus vieler Akkulampen ab, er ist im Straßenverkehr verboten.
Typische Fehler beim Nachrüsten
- Falsche Spannung: Eine reine 6-V-Lampe am 12-V-Ausgang kann sofort kaputtgehen.
- Leistung überschritten: Ein starker Fernlicht-Scheinwerfer plus Rücklicht über dem Budget des Ausgangs führt zu Abschaltungen oder Fehlermeldungen.
- Lampe ohne K-Nummer: Helle Lampen ohne Zulassung erfüllen die Ausrüstungspflicht nicht und blenden den Gegenverkehr.
- Gequetschte Kabel: Kabel am Lenkkopf zu kurz oder unter dem Gepäckträger eingeklemmt, das rächt sich später mit Wackelkontakten.
- Feuchte Stecker: Offene Steckverbindungen ziehen Wasser. Ein Tropfen Kontaktfett und sauber geschlossene Stecker beugen vor.
- Nicht freigeschaltet: Bei Bosch bleibt das Licht ohne Aktivierung durch den Händler aus.
- Scheinwerfer zu hoch eingestellt: Blendet entgegenkommende Radfahrer und Autofahrer und widerspricht § 67 Abs. 3.
Fazit: erst Datenblatt, dann Lampe
Licht am E-Bike nachzurüsten gelingt am besten in der richtigen Reihenfolge. Zuerst klärst Du, ob Dein Antrieb einen Lichtausgang hat und welche Spannung und Leistung er liefert. Dann wählst Du E-Bike-Lampen mit K-Nummer und passendem Eingangsbereich, verlegst die Kabel sauber und lässt den Ausgang bei Bosch vom Fachhändler freischalten. Wer den Aufwand scheut, fährt mit zugelassenen Akkulampen ebenso legal. Welche Ausstattung die StVZO darüber hinaus verlangt, fasst der Ratgeber E-Bike und StVZO zusammen.