Mit dem Fahrrad in den Zug steigen und die Tour anderswo starten: Das ist bequem, folgt bei der Deutschen Bahn aber klaren Regeln. Ob und was die Mitnahme kostet, hängt vor allem davon ab, ob Du im Fernverkehr oder im Nahverkehr unterwegs bist. Hier bekommst Du den kompletten Überblick zu Preisen, Reservierung und den Fällen, in denen das Rad kostenlos mitfährt.
Das Wichtigste in Kürze
- Fernverkehr (ICE, IC, EC): Fahrradkarte für rund 7,99 bis 14,99 Euro plus verpflichtende Stellplatzreservierung. Früh buchen, die Plätze sind knapp.
- Nahverkehr (RE, RB, S-Bahn): deutschlandweite Fahrrad-Tageskarte für 7,50 Euro, ganz ohne Reservierung.
- Kostenlos: zusammengeklappte Falträder als Handgepäck, Räder mit unter 16 Zoll Raddurchmesser und Reisende mit BahnCard 100.
- Pflicht im Fernzug: Ohne Stellplatzreservierung ist im ICE, IC oder EC keine Mitnahme möglich, und nur ein Teil der ICE hat überhaupt Fahrradplätze.
- Regional prüfen: Viele Verkehrsverbünde haben eigene, oft günstigere Regeln mit Gratis-Zeiten am Abend oder am Wochenende.
Fahrradmitnahme im Fernverkehr (ICE, IC, EC)
Im Fernverkehr brauchst Du zwei Dinge: eine Fahrradkarte und eine Stellplatzreservierung. Die Fahrradkarte kostet je nach Strecke etwa 7,99 bis 14,99 Euro. Die Reservierung ist verpflichtend, weil in ICE, IC und EC nur wenige Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen. Ist ein Zug ausgebucht, kommst Du mit dem Rad nicht mit, deshalb lohnt sich die Buchung möglichst früh.
Ein wichtiger Punkt vorab: Nicht jeder ICE führt Fahrradplätze. Bei der Buchung auf bahn.de kannst Du gezielt nach Verbindungen mit freien Fahrradstellplätzen filtern. Plane die Fahrradmitnahme im Fernverkehr also immer fest mit ein, spontan klappt sie selten.
Fahrradmitnahme im Nahverkehr (RE, RB, S-Bahn)
Im Nahverkehr ist die Mitnahme entspannter. Hier gilt die deutschlandweite Fahrrad-Tageskarte für 7,50 Euro, mit der Du einen ganzen Tag lang in Regionalzügen (RE, RB) und vielen S-Bahnen fahren darfst. Eine Reservierung gibt es nicht, es gilt das Prinzip „first come, first served“.
Zusätzlich haben viele regionale Verkehrsverbünde eigene, oft günstigere Regeln. In manchen Netzen fährt das Rad abends, am Wochenende oder mit bestimmten Tickets kostenlos mit, dafür gelten in der Rushhour teils Sperrzeiten. Ein kurzer Blick auf die Seite Deines Verkehrsverbunds vor der Fahrt lohnt sich fast immer.
Kosten und Regeln im Überblick
Wann fährt das Fahrrad kostenlos mit?
In einigen Fällen sparst Du die Fahrradkarte komplett:
- Faltrad als Handgepäck: Ein zusammengeklapptes Klapprad gilt als Gepäckstück und fährt kostenlos mit, ganz ohne Fahrradkarte und Reservierung.
- Kleine Räder: Fahrräder mit einem Raddurchmesser unter 16 Zoll, etwa Kinderräder, reisen gratis.
- BahnCard 100: Wer eine BahnCard 100 besitzt, nimmt das Rad kostenlos mit.
- Regionale Gratis-Zeiten: In vielen Verbünden ist die Mitnahme zu bestimmten Zeiten oder mit bestimmten Tickets frei.
Gerade der erste Punkt ist praktisch: Wer oft Bahn und Rad kombiniert, für den kann sich ein Klapprad lohnen, das als Handgepäck immer kostenlos dabei ist. Auch als E-Bike gibt es diese kompakte Bauform, ein Überblick steht im Ratgeber E-Bike-Klapprad.
So klappt die Mitnahme in der Praxis
- Am richtigen Wagen einsteigen: Der Fahrradwagen ist außen mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet. Am Bahnsteig zeigen die Wagenstandsanzeiger, wo er hält.
- Rad sichern: Im Mehrzweckabteil das Fahrrad anlehnen und mit den vorhandenen Gurten festzurren, damit es beim Bremsen nicht kippt.
- Stoßzeiten meiden: Morgens und am frühen Abend sind die Abteile voll. Wer flexibel ist, fährt außerhalb der Rushhour entspannter.
- E-Bike-Gewicht bedenken: Ein E-Bike wiegt oft über 25 Kilogramm. Beim Ein- und Aussteigen über die Stufen ist das eine echte Hürde, plane genug Zeit ein.
Fazit: mit etwas Planung klappt es
Im Nahverkehr ist die Fahrradmitnahme unkompliziert und mit der 7,50-Euro-Tageskarte günstig. Im Fernverkehr brauchst Du dagegen Fahrradkarte und eine verpflichtende Stellplatzreservierung, die Du wegen der wenigen Plätze früh buchen solltest. Kostenlos wird es mit einem zusammengeklappten Faltrad, einem sehr kleinen Rad oder einer BahnCard 100. Wer die Regeln vorher kennt und regionale Sonderkonditionen prüft, kombiniert Bahn und Rad ohne böse Überraschungen.
