Motoren

Shimano STEPS E8000: Technische Daten, Fehlercodes und EP8-Vergleich

Schwarzes Trekking-E-Bike mit Shimano-STEPS-Mittelmotor und Akku im Unterrohr in Seitenansicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Eckdaten: E-MTB-Mittelmotor mit 250 W Nennleistung, 70 Nm Drehmoment und rund 2,9 kg Gewicht; Unterstützung bis 25 km/h.
  • Einordnung: Shimanos erster Motor speziell fürs E-Mountainbike, vorgestellt 2016. Der Nachfolger EP8 (85 Nm) löste ihn ab 2020 ab.
  • Modi: Eco, Trail und Boost plus Walk-Assist; Charakteristik per E-Tube-App anpassbar.
  • Akkus: BT-E8010 (extern) und BT-E8020 (integriert) mit je 504 Wh, später kamen 630-Wh-Optionen dazu.
  • Fehlercodes: W011 (Speed-Sensor), W013 (Pedallast beim Start) und E010 (Systemfehler) lassen sich oft selbst beheben.

Mit dem Shimano STEPS E8000 brachte Shimano 2016 seinen ersten Antrieb speziell für E-Mountainbikes auf den Markt und etablierte sich damit neben Bosch und Yamaha im sportlichen Segment. Der Motor steckt bis heute in vielen E-MTBs, die gebraucht den Besitzer wechseln. In diesem Beitrag schauen wir uns den Antrieb datenbasiert an: technische Daten, Unterstützungsmodi, passende Akkus, die wichtigsten Fehlercodes und den Vergleich mit dem Nachfolger EP8.

Technische Daten des Shimano E8000

Die Kerndaten der Antriebseinheit (DU-E8000) im Überblick:

  • Bauart: kompakter Mittelmotor, entwickelt fürs Gelände
  • Nennleistung: 250 Watt, wie es die Pedelec-Regelung verlangt. Hintergründe liefert unser Ratgeber zur Motorleistung beim E-Bike.
  • Maximales Drehmoment: 70 Nm, genug Reserve für steile Rampen und technische Anstiege.
  • Gewicht: 2,88 kg, zum Erscheinen einer der leichtesten Motoren seiner Klasse.
  • Q-Faktor: 177 mm, also der Pedalabstand eines herkömmlichen Mountainbikes. Das sorgt für eine natürliche Trittposition.
  • Unterstützung: bis 25 km/h, in drei Modi (Eco, Trail, Boost) plus Walk-Assist.

Die kompakte Bauform war 2016 ein echtes Argument: Sie erlaubt kurze Kettenstreben und viel Bodenfreiheit, beides Gold wert auf verwinkelten Trails. Rahmenbauer konnten das E-Mountainbike damit fast wie ein unmotorisiertes Bike konstruieren.

Infografik zum Shimano STEPS E8000 Motor: Technische Daten mit 250 Watt Nennleistung, 70 Newtonmeter Drehmoment, 2,88 Kilogramm Gewicht und 177 Millimeter Q-Faktor, dazu der Vergleich mit dem Nachfolger EP8 bei Drehmoment und Gewicht sowie die Unterstützungsmodi Eco, Trail und Boost mit Walk-Assist
Der Shimano STEPS E8000 auf einen Blick: Eckdaten, EP8-Vergleich und Unterstützungsmodi.

Modi: Eco, Trail und Boost

Die drei Unterstützungsstufen sind klar aufgeteilt: Eco streckt die Reichweite auf langen Touren, Boost liefert den vollen Schub für steile Rampen. Der Star ist der Trail-Modus: Er reagiert stark auf den Druck am Pedal und liefert genau dann viel Unterstützung, wenn Du kräftig trittst. Auf dem Trail fühlt sich das dosierbar und natürlich an, ohne dass Du ständig die Stufen wechseln musst.

Ein Alleinstellungsmerkmal zum Marktstart: Über die E-Tube-App von Shimano lässt sich die Charakteristik der Modi anpassen. Du kannst also festlegen, wie kräftig Eco, Trail und Boost jeweils zupacken. Firmware-Updates spielst Du ebenfalls über E-Tube ein, per Bluetooth am Display oder beim Händler.

Akku und Zusatzakku beim E8000

Shimano kombinierte den E8000 mit zwei 504-Wh-Akkus: dem außenliegenden BT-E8010 am Unterrohr und dem integrierten BT-E8020 im Rahmen. Später kamen mit BT-E8035 und BT-E8036 auch 630-Wh-Optionen dazu; ob ein größerer Akku an Deinem Rad passt, hängt von Rahmen und Halterung ab und klärt der Fachhändler.

Einen offiziellen Zusatzakku (Range Extender) hat Shimano für das E8000-System nie angeboten. Wer mehr Reichweite braucht, nimmt einen geladenen Zweitakku mit und wechselt unterwegs. Wie weit Du mit einer Ladung kommst, kannst Du mit unserem Reichweiten-Rechner abschätzen.

Shimano EP8 vs. E8000: Was der Nachfolger besser macht

2020 löste der EP8 (DU-EP800) den E8000 als Shimanos Top-Motor ab. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

E8000 (2016)EP8 (2020)
Max. Drehmoment70 Nm85 Nm
Gewicht2,88 kg2,6 kg
Tretwiderstand über 25 km/hspürbardeutlich reduziert
Laufgeräuschpräsent im Boostleiser
Anpassung per AppE-Tube (Grundfunktionen)E-Tube mit zwei frei konfigurierbaren Profilen

Der EP8 ist in allen Punkten die modernere Wahl. Trotzdem bleibt der E8000 relevant: Er gilt in der Community als ausgereift und robust, und gebrauchte E-MTBs mit diesem Motor sind deutlich günstiger zu haben. Für Touren und moderate Trails reicht seine Leistung locker aus.

Fehlercodes am E8000: E010, W011 und W013

Störungen zeigt das System als Code auf dem Display an. W steht für Warnung, E für Fehler. Diese drei Codes tauchen beim E8000 am häufigsten auf:

W013: Pedallast beim Einschalten

Der Drehmomentsensor konnte sich beim Start nicht kalibrieren, weil Last auf der Kurbel lag. Das passiert schnell, wenn Du beim Einschalten den Fuß auf dem Pedal hast. Die Lösung: System ausschalten, Füße von den Pedalen, neu einschalten. Taucht W013 wiederholt zusammen mit E010 auf, deutet das auf einen defekten Drehmomentsensor hin; dann führt der Weg zur Fachwerkstatt.

W011: Kein Geschwindigkeitssignal

Das System bekommt keine Daten vom Geschwindigkeitssensor am Hinterrad. Meist ist der Speichenmagnet verrutscht oder verdreht. Richte den Magneten wieder mittig auf den Sensor aus und halte den Abstand gering, dann verschwindet die Warnung in der Regel sofort.

E010: Allgemeiner Systemfehler

E010 meldet einen Systemfehler ohne genauere Angabe. Erste Hilfe: System ausschalten, Akku entnehmen, Kontakte prüfen, Akku wieder einsetzen und neu starten. Auch ein locker sitzendes Kabel zwischen Display und Antriebseinheit kommt als Ursache infrage. Bleibt der Code bestehen, sollte der Händler den Fehlerspeicher über die E-Tube-Diagnose auslesen. Zeigt Dein Rad andere Symptome rund um die Stromversorgung, hilft unser Ratgeber E-Bike-Akku voll, aber funktioniert nicht weiter.

Motor öffnen oder zerlegen? Besser nicht selbst

Im Netz kursieren Anleitungen, den E8000 zu zerlegen, etwa um Lager oder Zahnräder zu tauschen. Davon raten wir ab: Beim Öffnen gehen Dichtigkeit und eventuelle Gewährleistungsansprüche verloren, und ohne Spezialwerkzeug richtest Du schnell mehr Schaden an, als Du behebst. Kettenblatt, Kurbeln und der Speichenmagnet sind dagegen normale Verschleißteile, die jede Werkstatt schnell wechselt. Für alles im Inneren ist die Fachwerkstatt mit Shimano-Diagnose zuständig; bei hartnäckigen Defekten tauschen viele Werkstätten die komplette Antriebseinheit, was oft günstiger kommt als eine Reparatur im Motor.

Der E8000 im Jahr 2026: Für wen lohnt er sich noch?

Neuräder mit E8000 gibt es kaum noch; auf dem Gebrauchtmarkt gehört der Motor dafür zu den häufigsten Antrieben im E-MTB-Segment. Ein gepflegtes Rad mit E8000 bleibt eine vernünftige Wahl: Die Technik ist ausgereift, Ersatzteile und Akkus sind verfügbar, und die Fahreigenschaften überzeugen bis heute. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf den Akku-Zustand (Ladezyklen beim Händler auslesen lassen) und eine Probefahrt mit allen drei Modi. Wer hauptsächlich in der Stadt und auf Touren unterwegs ist, findet im komfortorientierten Shimano E6000 übrigens den passenderen Veteranen.

Fazit: Ausgereifter Trail-Motor mit gutem Gebraucht-Argument

Der Shimano STEPS E8000 hat das sportliche E-MTB-Segment mitgeprägt: kompakt, leicht, mit natürlichem Q-Faktor und einem Trail-Modus, der bis heute Spaß macht. Der EP8 übertrifft ihn in allen Messwerten, dafür punktet der E8000 mit ausgereifter Technik und attraktiven Gebrauchtpreisen. Die häufigsten Fehlercodes lassen sich mit wenigen Handgriffen selbst beheben, und die Ersatzteilversorgung läuft weiter stabil.

Häufige Fragen

W013 heißt: Beim Einschalten lag Last auf der Kurbel, der Drehmomentsensor konnte sich nicht kalibrieren. Schalte das System aus, nimm die Füße von den Pedalen und starte neu. Tritt W013 wiederholt zusammen mit E010 auf, ist vermutlich der Drehmomentsensor defekt und die Fachwerkstatt gefragt.

W011 bedeutet, dass das System kein Geschwindigkeitssignal empfängt. In den meisten Fällen ist der Speichenmagnet am Hinterrad verrutscht. Richte den Magneten wieder auf den Geschwindigkeitssensor aus, dann verschwindet die Warnung in der Regel sofort.

E010 steht für einen allgemeinen Systemfehler. Schalte das System aus, entnimm den Akku kurz, prüfe die Kontakte und starte neu. Bleibt der Fehler bestehen, sollte ein Fachhändler den Fehlerspeicher über die Shimano-E-Tube-Diagnose auslesen.

Der EP8 ist der 2020 eingeführte Nachfolger des E8000. Er bietet 85 statt 70 Nm Drehmoment, wiegt mit 2,6 kg rund 300 g weniger, läuft leiser und hat weniger Tretwiderstand oberhalb von 25 km/h. Der E8000 bleibt als ausgereifter Gebraucht-Antrieb dennoch attraktiv.

Standard sind die 504-Wh-Akkus BT-E8010 (außen am Unterrohr) und BT-E8020 (im Rahmen integriert). Später kamen die 630-Wh-Modelle BT-E8035 und BT-E8036 dazu. Ob ein größerer Akku an Deinem Rad passt, hängt von Rahmen und Halterung ab; das klärt der Fachhändler.

Einen offiziellen Range Extender hat Shimano für das E8000-System nie angeboten. Die praktikabelste Lösung für mehr Reichweite ist ein geladener Zweitakku im Rucksack, der sich unterwegs in wenigen Sekunden wechseln lässt.

Technisch möglich, aber riskant: Beim Öffnen gehen Dichtigkeit und eventuelle Gewährleistungsansprüche verloren, und für Lager- oder Getriebearbeiten braucht es Spezialwerkzeug. Verschleißteile wie Kettenblatt und Kurbeln kann jede Werkstatt normal wechseln; für das Innenleben ist die Fachwerkstatt mit Shimano-Diagnose zuständig.

Die Antriebseinheit DU-E8000 wiegt 2,88 kg. Zum Marktstart 2016 gehörte der Shimano E8000 damit zu den leichtesten E-MTB-Motoren; der Nachfolger EP8 drückte das Gewicht später auf 2,6 kg.

Ja, über Shimanos E-Tube Project lässt sich die Charakteristik der Modi Eco, Trail und Boost anpassen. Die Verbindung läuft per Bluetooth über das Display. Auch Firmware-Updates werden über E-Tube eingespielt, wahlweise zu Hause oder beim Händler.

Die CN-E8000 ist eine für E-Bike-Antriebe verstärkte 11-fach-Kette aus Shimanos STEPS-Programm. Mit der Antriebseinheit DU-E8000 teilt sie nur die Modellnummer; die Kette wird an vielen E-Bikes mit unterschiedlichen Motoren verbaut.

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