VARUN X-Plorer Raptor E-Bike
E-Bike im Moped-Zuschnitt mit 998-Wh-Akku, Blinkern und Vollfederung
- 998,4 Wh Akkukapazität, der größte Akku im VARUN-Programm
- Blinker links und rechts ab Werk, an E-Bikes eine Seltenheit
- 250 W Nenndauerleistung mit 1.000 W Spitzenleistung und 85 Nm
- Vollfederung und Scheibenbremsen mit 180 mm großen Scheiben
- Moped-Sitzposition mit langer Sitzbank und aufrechtem Oberkörper
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Technische Daten
- Typ
- E-Fatbike im Moped-Zuschnitt (Pedelec bis 25 km/h)
- Modellname
- X-Plorer Raptor
- Motor
- Bürstenloser Nabenmotor, 250 W Nenndauerleistung, 1.000 W Spitze, 85 Nm
- Sensorik
- Geschwindigkeitssensor, 5 Unterstützungsstufen
- Fahrmodi
- Elektro, Tempomat, Fitness, Schiebehilfe
- Akku
- 48 V, 998,4 Wh / 20,8 Ah, abnehmbar, 6,61 kg
- Ladezeit
- 4 bis 6 Stunden
- Reichweite
- 130 km laut technischer Tabelle, 160 km laut Händler-Listung
- Gewicht
- 50,4 kg
- Zuladung
- 150 kg
- Schaltung
- Shimano 7-Gang-Kettenschaltung
- Bremsen
- Scheibenbremsen vorn und hinten, 180 mm
- Federung
- Vollfederung vorn und hinten
- Laufräder
- 20 Zoll
- Reifen
- 20 x 4,0 Zoll Fat Tire
- Rahmen
- Stahl
- Sitzhöhe
- 83,5 cm
- Gesamtlänge
- 177,8 cm
- Lenker
- Breite 46 cm, Höhe 104 cm
- Display
- LCD-Farbdisplay
- Schutzart
- IP54
- Beleuchtung
- LED-Scheinwerfer, Rücklicht, Blinker links und rechts
- Zertifizierung
- CE nach EN 15194
- Garantie
- 1 Jahr
- Besonderheit
- Datenblatt nennt eine entsperrbare Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h, in Deutschland nur mit 25-km/h-Abregelung zulässig
Angaben laut Hersteller/Händler – Stand der Veröffentlichung, im Zweifel auf der Produktseite prüfen.
Unsere Rezension
Der VARUN X-Plorer Raptor fällt schon durch die Bauform aus dem Rahmen: lange Sitzbank, breite Reifen, Blinker und ein Akku mit 998,4 Wh, dem größten im VARUN-Programm. Für ca. 1.169,00 € bekommst Du damit ein E-Bike, das optisch wie ein Kleinkraftrad auftritt und rechtlich ein Pedelec bleibt. Der Gegenwert steht mit 50,4 kg auf der Waage. Diese Rezension rechnet die Reichweite nach, ordnet die Sensorik ein und benennt den heikelsten Punkt des Datenblatts.
Spricht dafür
- 998,4 Wh sind der größte Akku im VARUN-Programm und decken auch lange Touren ab
- Blinker links und rechts ab Werk, das bietet kaum ein E-Bike dieser Preisklasse
- 85 Nm und 1.000 W Spitzenleistung ziehen das schwere Rad zügig an
- 180 mm große Bremsscheiben passen zum Gewicht und bremsen standfest
- Vollfederung und 4 Zoll breite Reifen federn den kurzen 20-Zoll-Radstand gut ab
- Aufrechte Moped-Sitzposition mit langer Sitzbank, bequem auf Distanz
Spricht dagegen
- 50,4 kg schließen Tragen, Treppen und nahezu jeden Heckträger aus
- Das Datenblatt wirbt mit 45 km/h nach dem Entsperren, was auf öffentlichen Straßen unzulässig ist
- Geschwindigkeitssensor statt Trittfrequenz- oder Drehmomentsensor, die Unterstützung reagiert entsprechend träge
- Reichweitenangaben widersprechen sich: 130 km in der technischen Tabelle, 160 km in der Listung
- Stahlrahmen statt Aluminium, das erklärt einen Teil des Gewichts und verlangt Rostvorsorge
- Feste Sitzhöhe von 83,5 cm ohne Verstellbereich im Datenblatt
- Die Sitzbank lädt zum Mitnehmen einer zweiten Person ein, wofür das Rad keine Zulassung hat
Der VARUN X-Plorer Raptor im Detail
998,4 Wh: der größte Akku im Programm
Der Akku liefert 48 V bei 20,8 Ah, also 998,4 Wh, und wiegt allein 6,61 kg. Zur Einordnung: In der Klasse unter 1.500 € sind 480 bis 720 Wh üblich, ein Bosch PowerTube 625 kommt auf 625 Wh und steckt in Rädern ab etwa 2.500 €. Der Raptor legt hier also fast das Doppelte dessen an Bord, was in seiner Preisklasse normal ist.
Er lässt sich abnehmen und lädt laut Datenblatt in 4 bis 6 Stunden, was auf ein Ladegerät mit rund 4 A schließen lässt. Eine volle Ladung kostet bei 0,35 € je Kilowattstunde etwa 35 Cent. Zur Zellbestückung und zur Zyklenzahl macht VARUN keine Angaben. Wie Du die Lebensdauer beeinflusst, steht im Ratgeber E-Bike-Akku richtig lagern.
130 oder 160 km: die Reichweitenangaben widersprechen sich
Hier weichen die Quellen ab. Die technische Tabelle auf der VARUN-Produktseite nennt 130 km im Unterstützungsmodus, die Händler-Listung wirbt mit 160 km. Wir führen den niedrigeren Herstellerwert, weil die technische Tabelle die belastbarere Quelle ist.
Praktisch liegen beide Zahlen weit vom Alltag entfernt. 130 km aus 998,4 Wh bedeuten 7,7 Wh pro Kilometer, und diesen Verbrauch erreicht ein Rad mit 50,4 kg auf 4 Zoll breiten Reifen nur bergab. Rechne mit 13 bis 18 Wh je Kilometer, dann bleiben 55 bis 77 km je Ladung. In der höchsten Stufe oder bei Gegenwind sind es 45 bis 55 km. Das ist immer noch ein guter Wert, weil die meisten Räder dieser Klasse bei 35 bis 50 km liegen. Dein Profil kannst Du im Reichweiten-Rechner durchrechnen.
250 W Dauerleistung, 1.000 W Spitze: was die Zahlen bedeuten
Das Datenblatt führt 250 W Nenndauerleistung mit 1.000 W Spitzenleistung, die Listung nennt zusätzlich 85 Nm. Rechtlich zählt allein die Nenndauerleistung: Solange sie bei 250 W liegt und der Motor bei 25 km/h abregelt, gilt das Fahrzeug als Pedelec.
Die Spitzenleistung beschreibt, was der Motor kurzzeitig abrufen kann, etwa beim Anfahren oder an einer Rampe. Bei einem Rad, das mit Fahrer schnell 130 kg wiegt, ist diese Reserve sinnvoll eingesetzt: Aus dem Stand zieht der Raptor kräftig an, und die kleinen 20-Zoll-Laufräder verstärken den Effekt, weil der kurze Hebelarm zwischen Nabe und Boden mehr Vortrieb aus demselben Drehmoment holt. An langen Steigungen fällt die Drehzahl trotzdem, und mit ihr die nutzbare Kraft, wie es der Ratgeber E-Bike mit Nabenmotor erklärt. Wie Watt-Angaben insgesamt zu lesen sind, steht im Ratgeber Wie viel Watt sollte ein E-Bike-Motor haben.
Geschwindigkeitssensor: die gröbste Sensorik am Markt
Das Datenblatt führt einen Speed Sensor mit 5 Unterstützungsstufen. Damit unterscheidet sich der Raptor von den übrigen VARUN-Modellen, die mit Trittfrequenzsensor arbeiten.
Der Unterschied ist im Fahren deutlich. Ein Trittfrequenzsensor erkennt die Kurbeldrehung und reagiert nach etwa einer Viertelumdrehung. Ein Geschwindigkeitssensor misst dagegen am Laufrad und leitet daraus ab, ob das Rad rollt. Die Unterstützung setzt dadurch später ein und läuft länger nach, wenn Du aufhörst zu treten. Beim Anfahren an der Ampel entsteht eine spürbare Verzögerung, in engen Kurven schiebt der Motor manchmal noch, obwohl Du längst nur noch rollst. Für eine gemächliche Fahrweise auf gerader Strecke ist das unkritisch, für zügiges Fahren im Stadtverkehr bleibt es der schwächste Punkt am Antrieb. Wie feiner dosierte Systeme arbeiten, erklärt der Ratgeber zum Drehmomentsensor am E-Bike.
50,4 kg: die ehrliche Rechnung
Mit 50,4 kg ist der Raptor das mit Abstand schwerste Rad in unserem Bestand. Die Gründe stehen im Datenblatt: ein Stahlrahmen statt Aluminium, der 998-Wh-Akku mit 6,61 kg, breite Laufräder, Vollfederung, Blinkanlage und der massive Moped-Aufbau mit langer Sitzbank.
Im Fahrbetrieb trägt der Motor dieses Gewicht, und der tiefe Schwerpunkt macht das Rad sogar laufruhig. Überall sonst ist es ein hartes Limit. Ein Heckträger kommt praktisch nicht in Frage: Übliche Systeme sind auf 20 bis 30 kg je Rad begrenzt, selbst ohne Akku bleiben hier noch 43,8 kg. Treppen, Kellerabgänge und das Anheben über Bordsteine scheiden ebenfalls aus. Wer keinen ebenerdigen Abstellplatz hat, sollte diese Bauform gar nicht erst in Betracht ziehen. Was Gewicht am E-Bike bedeutet, ordnet der Ratgeber E-Bike-Gewicht ein, Transportfragen klärt der Ratgeber E-Bike-Fahrradträger.
Moped-Bauform: Sitzposition und Geometrie
Die Maße erklären den Zuschnitt. Der Lenker ist mit 46 cm ungewöhnlich schmal, ein Fatbike führt sonst 66 bis 70 cm. Die Sitzhöhe liegt fest bei 83,5 cm, die Lenkerhöhe bei 104 cm, die Gesamtlänge bei 177,8 cm. Das ergibt eine aufrechte Haltung mit den Händen dicht beieinander, wie man sie von Motorrollern kennt.
Für lange Strecken auf ebener Route ist das bequem, der Rücken bleibt gerade und die Sitzbank verteilt den Druck besser als ein schmaler Sattel. Beim Rangieren auf engem Raum fehlt dem schmalen Lenker dagegen Hebel, was bei 50 kg spürbar wird. Die feste Sitzhöhe gibt das Datenblatt ohne Verstellbereich an, ein Nachmessen vor dem Kauf lohnt sich also, falls Du deutlich kleiner als 170 cm bist. Wie sich diese Bauform allgemein fährt, beschreibt der Ratgeber E-Cruiser.
Blinker ab Werk: eine echte Seltenheit
Die Listung führt Blinker links und rechts zusätzlich zu Scheinwerfer und Rücklicht. An einem E-Bike ist das ungewöhnlich, üblicherweise rüstet man Blinker nach, wie es der Ratgeber E-Bike-Blinker nachrüsten beschreibt.
Der Nutzen ist real: Wer die Hand zum Abbiegen nicht vom Lenker nehmen muss, fährt in unübersichtlichen Situationen sicherer, gerade bei einem schweren Rad, das mit einer Hand schwer zu kontrollieren ist. Rechtlich sind Blinker am Fahrrad zulässig, vorgeschrieben sind sie nicht, und sie ersetzen das Handzeichen nicht in jeder Situation. Zum Ausstattungspaket gehören außerdem 180 mm große Bremsscheiben an beiden Rädern. Das ist die richtige Größe für dieses Gewicht: Größere Scheiben haben mehr Hebel und nehmen mehr Wärme auf, was auf langen Gefällstrecken die Standfestigkeit sichert.
45 km/h im Datenblatt: der rechtliche Punkt
Dieser Punkt verdient Deutlichkeit. Die technische Tabelle von VARUN nennt für die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h mit dem Zusatz, entsperrt seien 45 km/h möglich. Der Hersteller bewirbt diese Möglichkeit also aktiv.
In Deutschland gilt: Ein Pedelec zählt nur dann als Fahrrad, wenn der Motor ausschließlich beim Treten unterstützt, bei 25 km/h abregelt und 250 W Nenndauerleistung einhält. Ein Fahrzeug, das bis 45 km/h unterstützt, ist ein S-Pedelec und damit ein Kleinkraftrad. Es braucht eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen, einen Führerschein der Klasse AM und einen normgerechten Helm. Diese Betriebserlaubnis hat der Raptor nicht, und sie lässt sich nachträglich auch nicht erwirken. Wer die Abregelung aufhebt, fährt ohne Versicherungsschutz und riskiert bei einem Unfall strafrechtliche Folgen. Im öffentlichen Verkehr fährst Du das Rad also ausschließlich in der Werkseinstellung. Was daran hängt, steht in den Ratgebern E-Bike-Tuning, E-Bike-Kennzeichen und S-Pedelec-Führerschein.
Ein zweiter Punkt gehört dazu: Die lange Sitzbank lädt optisch dazu ein, jemanden mitzunehmen. Ein Pedelec ist für eine Person zugelassen, für die Mitnahme einer zweiten braucht es einen geeigneten Sitz und eine entsprechende Freigabe, die dieses Rad nicht hat.
Einordnung im Programm und gegen die Preisklasse
Im VARUN-Sortiment steht der Raptor allein. Das S26-1 bietet Vollfederung und 864 Wh bei 35 kg und ist damit das vielseitigere Gelände-Rad. Das S20-2 PRO kommt auf 624 Wh, faltet und wiegt 31 kg. Der Raptor legt 134 Wh mehr Kapazität als das S26-1 an Bord und bringt Blinker mit, kostet dafür 15 kg mehr und verzichtet auf jede Transportmöglichkeit.
Gegen den Markt gerechnet ist der Akku das Kaufargument: Für ca. 1.169,00 € bekommst Du sonst 480 bis 720 Wh. Bei Amazon liegt das Rad aktuell bei ca. 1.169,00 €, im Herstellershop ruft VARUN einen höheren Preis auf. Weitere Modelle stehen in der Bestenliste E-Fatbikes und auf der VARUN-Herstellerseite.
Für wen der Raptor passt
Er passt zu Fahrern mit ebenerdigem Abstellplatz, die längere Strecken auf befestigten Wegen und Feldwegen fahren und dabei bequem sitzen wollen. Die Kombination aus 998 Wh, Vollfederung, großen Bremsscheiben und Blinkern ergibt ein Fahrzeug für die tägliche Pendelstrecke von 20 bis 30 km je Richtung, das nur einmal in der Woche an die Steckdose muss. Auch als Ersatz für kurze Autofahrten im Ort ist der Zuschnitt schlüssig.
Wer sein Rad tragen, in den Keller bringen, auf ein Auto laden oder in einen Zug schieben muss, sollte die Finger davon lassen. Für sportliches Fahren, für enge Innenstädte und für alle, die eine feindosierte Unterstützung erwarten, passt der Raptor ebenfalls nicht.
Alternativen im Vergleich
Wie ordnet sich dieses Rad gegen die preislich nächstliegenden Modelle aus unseren Rezensionen ein? Die Kernwerte nebeneinander:
| Merkmal | VARUN X-Plorer Raptor E-Bike*diese Seite | |||
|---|---|---|---|---|
| Preis | ca. 1.169,00 € | ca. 1.149,00 € | ca. 1.199,00 € | ca. 1.099,99 € |
| Motor | Bürstenloser Nabenmotor, 250 W Nenndauerleistung, 1.000 W Spitze, 85 Nm | 250 W bürstenloser Motor, 75 Nm über Boost-Taste | Bürstenloser Nabenmotor, 250 W, 85 Nm | 250 W Heckmotor (Nabenmotor) |
| Akku | 48 V, 998,4 Wh / 20,8 Ah, abnehmbar, 6,61 kg | 48 V, 13 Ah (624 Wh), Lithium-Ionen | 48 V, 864 Wh / 18 Ah, abnehmbar | 48 V, 15,6 Ah (748,8 Wh), abnehmbar |
| Reichweite | 130 km laut technischer Tabelle, 160 km laut Händler-Listung | bis zu 126 km (je nach Modus) | 70 bis 150 km laut Datenblatt | 55–100 km (Herstellerangabe) |
| Gewicht | 50,4 kg | 34 kg | 35,0 kg | – |
| Bewertung | 3,8 / 5 | 3,8 / 5 | 4,3 / 5 | 3,9 / 5 |
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Fazit: Für wen lohnt sich der VARUN X-Plorer Raptor?
Der X-Plorer Raptor verkauft sich über den Akku und die Ausstattung: 998,4 Wh, Blinker ab Werk, Vollfederung und 180-mm-Bremsscheiben für ca. 1.169,00 € sind ein Paket, das in dieser Klasse keine direkte Konkurrenz hat. Realistisch fährst Du 55 bis 77 km je Ladung, was für Pendelstrecken von 20 bis 30 km je Richtung eine Woche reicht. Die aufrechte Moped-Haltung ist auf Distanz angenehm.
Zwei Punkte entscheiden über Kauf oder Verzicht. Die 50,4 kg schließen Tragen, Treppen und Heckträger praktisch aus, das Rad braucht einen ebenerdigen Stellplatz. Und der Geschwindigkeitssensor macht die Unterstützung träger, als es Trittfrequenz- oder Drehmomentsysteme tun. Die im Datenblatt beworbenen 45 km/h bleiben in Deutschland tabu, das Rad hat dafür keine Betriebserlaubnis. Wer damit umgehen kann, bekommt ein sehr eigenständiges Fahrzeug mit ungewöhnlich großer Reserve.
Häufige Fragen
Die technische Tabelle nennt 130 km, die Händler-Listung 160 km. Beide Werte gelten für die niedrigste Stufe auf ebener Strecke. Ein Rad mit 50,4 kg auf 4 Zoll breiten Reifen verbraucht 13 bis 18 Wh pro Kilometer, aus 998,4 Wh werden damit realistisch 55 bis 77 km, in hoher Stufe 45 bis 55 km.
VARUN gibt 50,4 kg inklusive Akku an, davon entfallen 6,61 kg auf den Akku. Verantwortlich sind der Stahlrahmen, der große Akku, die Vollfederung und der massive Moped-Aufbau. Selbst ohne Akku bleiben 43,8 kg, für einen Heckträger ist das zu viel.
Nein. Das Datenblatt nennt diese Geschwindigkeit für den entsperrten Zustand, in Deutschland wäre das Rad damit ein Kleinkraftrad. Es bräuchte Betriebserlaubnis, Versicherungskennzeichen, Führerschein der Klasse AM und einen normgerechten Helm. Die Betriebserlaubnis hat das Rad nicht, im öffentlichen Verkehr gilt allein die Werkseinstellung mit 25 km/h.
Rechtlich ist er ein Pedelec: Er hat Pedale, eine 7-Gang-Schaltung und einen Motor mit 250 W Nenndauerleistung, der bis 25 km/h unterstützt. Nur die Bauform mit langer Sitzbank, breiten Reifen und Blinkern erinnert an einen Roller. Du fährst ihn ohne Führerschein, Kennzeichen und Versicherung.
Der Sensor misst am Laufrad statt an der Kurbel. Die Unterstützung setzt dadurch später ein als bei einem Trittfrequenzsensor und läuft länger nach, wenn Du aufhörst zu treten. Beim Anfahren an der Ampel entsteht eine spürbare Verzögerung, auf gerader Strecke fällt der Unterschied kaum auf.
Die lange Sitzbank legt das nahe, zugelassen ist es nicht. Ein Pedelec ist für eine Person ausgelegt. Für die Mitnahme einer zweiten Person bräuchte das Rad einen dafür vorgesehenen Sitz und eine entsprechende Freigabe des Herstellers, die das Datenblatt nicht ausweist.
VARUN nennt 4 bis 6 Stunden, was auf ein Ladegerät mit rund 4 A hindeutet. Eine volle Ladung kostet bei 0,35 € je Kilowattstunde etwa 35 Cent. Über Nacht ist der Akku sicher voll, zwei Stunden an der Steckdose bringen rund 40 Prozent zurück.
Das Datenblatt nennt eine feste Sitzhöhe von 83,5 cm und eine Lenkerhöhe von 104 cm, einen Verstellbereich weist VARUN nicht aus. Damit passt das Rad Fahrern ab etwa 170 cm gut. Wer deutlich kleiner ist, sollte die Sitzhöhe vor dem Kauf gegen die eigene Schrittlänge prüfen.
Ja, Blinker am Fahrrad sind zulässig, vorgeschrieben sind sie nicht. Sie sind praktisch, weil Du die Hand am Lenker lassen kannst, was bei einem 50-kg-Rad die Kontrolle verbessert. In unklaren Situationen bleibt das Handzeichen die eindeutigere Ansage.
Für Feldwege, Schotter und feste Waldwege ja, dafür sprechen Vollfederung und 4 Zoll breite Reifen. Für ruppiges Gelände bremsen zwei Dinge: die 50,4 kg und der mit 46 cm sehr schmale Lenker, der beim Rangieren wenig Hebel gibt. Ein vollgefedertes 26-Zoll-Fatbike wie das VARUN S26-1 ist dort die bessere Wahl.

